Knie-Prothetik
   
  Syn: Engl:
  CHOP: Knie-TEP 81.54
  MÜL 367 (fast nichts...)
   
 
Allgemein
   
   
 
  idR Gelenkflächenersatz mit entfernung beider betroffener Gelenkflächen und Ersatz durch zwei unabhängige Implantate auf der femoralen und tibialen Seite.        
  Gelenkteile werden durch den Zug der Weichteile des Patienten geführt und unter Kontrolle gehalten.        
  Mit oder ohne Patellaersatz        
  Mit oder ohne Zementfixierung        
   
           
  ca 6000 Knie-TEP / Jahr in der CH        
   
 
Indikationsstellung
  - wichtigstes Kriterium ist der Schmerz
   
  therapieresistente Gonarthrose     wichtigstes Kriterium ist der starke oder Dauerschmerz
  starke Einschränkung der Gehstrecke        
  nur ausnahmseweise genügende Indikation: Gelenksteife, abnorme Form, lockere Bänder, radiol. fortgeschrittene Gonarthrose ohne Schmerzen.
             
   
  aktive Infektion       auch chron. Infektion: Osteitis, Ulcus cruris
  ungenügende Extensoren        
  schwere neurologische oder vaskuläre Erkrankungen        
  floride rheumatische Erkr. oder Gicht        
  allgemeine OPs-KI        
   
  Infektion     wichtigste US unklarer Schmerzen!, auch Spätinfekte durch hämatogene Streuung!
  Thromboembolien        
  persistierende Schmerzen        
  ungenügende Flexion <100°   8-16%   RF: vorbestehende Flexionseinschränkung, Hüftgelenkerkrankungen, HKB-erhaltende OP, ungenügendes oder mangelhaftes Training
            Tx: erste 6-8Wo: Kinetec-Schiene unter PDA, später ev. Arthrolyse, ev. Prothesenwechsel
Spätkomplikationen        
  aseptische Prothesenlockerung     häufigste Ursache von Misserfolgen, im Durchschnitt 7Jahre nach OP, meist an Tibia
          Sy: erneute Sz nach Jahren der Sz-Freiheit
          Rö: Verschiebung der Prothese, schmale transparente Zone zw. Implantat oder Zement/Knochen
            (CAVE: selbe Befunde wie bei Spätinfektion: deshalb CRP undGelenkpunktion durch Orthopäden!)
            RF: Adipositas (BMI > 30), fehlerhafte Fixation
  mangelndes Gleichgewicht der Bänder     va. wenn bereits präoperativ starke Fehlstellung, die sich nicht beheben liess; idR ca. 4 Jahre postop Prothesenwechsel nötig!
             
  Abnutzung Polyäthylengleitfläche   0-30%   abgeschabte Mikropartikel führen an Grenzflächen (Implantat/Knochen) zu Osteolysen
  Patellare Schmerzen   4-12%   RF: Adipositas, Osteoporose, Valgusstellung, frühere OPs und Traumen, rezid. Patellaluxationen, OP-Technik
             
   
  durchschnittliche Haltbarkeit 8-15 Jahre, abhängig von Alter, Gewicht, Aktivität, Knochenqualität        
  95% positive Resultate nach 10 Jahren bei Patienten über 75 Jahre ("Schwedenstudie"6,8)        
  Wechselrate allgemein 2.5% nach 7 Jahren, bei jungen, aktiven Patienten jedoch 10% innerhalb 10 Jahren! (ebenf. "Schwedenstudie"6,8)        
   
 
präoperative Abklärungen
   
   
Abschätzen des intraoperativen bezw. perioperativen Risikos, Thromboembolieprophyllaxe, Rehabilitationserfolg, Notwendigkeit von Rehabilitationsaufenthalten
  Erkrankungen des Gefäss- oder Nervensystems oder des BA?     Herzerkrankungen inkl. VHF, LungenKH, Embolien..., Stn Hemi, Treppen, alleine zuhause...
  häusliche Situation?    
  Labor: nach BegleitKH, Kreuzblut, Eigenblutspende?    
Operationsplanung
  Rö: Kniegelenk 2E, Patella axial        
  ev. Ganzbeinaufnahme: F: Beinachse?        
   
 
perioperatives Management
   
   
  perioperative AB-Prophyllaxe     zB Zinacef 1.5g 3xtäglich iv whrd. 48h
  Prophylaxe von Muskelossifikationen     NSAR whrd. 2 Wo, zB Tilur ret. 90mg 1-0-1
  Heparinisierung/LMWH nach Schema mittleres-hohes TE-Risiko        
  überlappende Umstellung auf oAK, wenn keine KI vorliegen     bis Vollbelastung
  Röntgenkontrollen 1d / 2Wo / 6Wo und 4Mte postOP        
   
 
Physiotherapie / Mobilisation
   
   
  Frühmobilisation        
  Belastung nach Massgabe der Beschwerden        
  Kinetec-Schiene:        
  Nach Tiberositas-Osteotomie     Teilbelastung bis 6Wo postOP, Vermeidung langer Hebelarme (zB gestrecktes Bein beim aus-dem-Bett steigen mit dem anderen Bein unterstützen, auf Treppe mit dem gesunden Bein voran.)
   
 
Technik
   
   
 
  wichtig sind die Achsen, die vertikale Lage der Osteotomie sowie korrekte Spannungsverhältnisse der Weichteile, damit postoperativ das Knie durch diese suffizient und symmetrisch gestützt werden kann (deshalb Einsatz von Spannungsmessern und Zielhilfen)!        
   
         
Knie-TEP gemäss2, Femur: BalanSys, Tibia: Metal Back, 8mm Polyäthyleninlay      
  Zugang: Längsinzision über dem Kniegelenk, Spalten der Subcutis bis auf die Fascie, sorgfältige Blutstillung. Mediale Arthrotomie.      
  Umkippen der Patella, Glätten (abknabbern) von Osteophyten mit dem Luer, Denervierung mit dem elektrischen Messer. (ergibt weniger Retropatellare Sz als Spätfolgen!2)      
  Mediales und laterales Release (ablösen der Gelenkkapsel) bis das Bein in die gewünschte Position gebracht werden kann.      
  Montage des Referenzsystems auf die Tibia, Ausrichten auf das laterale Plateau und Distalisation um 8mm.      
  Tibiaosteotomie, ev. unter Erhalt des hinteren Kreuzbandes.      
  Spannen des Knies in Beugung auf 150Newton medial und lateral, Ausrichten des femoralen Schneidblockes auf die ventrale Femurcorticalis und Durchführen der ventralen und dorsalen Femurosteotomie gemäss der gewählten Prothesengrösse. Die Prüfung mit dem Spacer ergibt korrekte Spannungsverhältnisse für das gewünschte Inlay.      
  Strecken des Knies. Lateral und medial spannen auf 200 Newton. Nach Kontrolle der Beinachsen übertragen des Flexionsgaps auf die Extension und Durchführen der distalen Femurosteotomie. Die Prüfung mit dem Spacer ergibt sowohl was die Achsenverhältnisse, wie auch die Spannungsverhältnisse anbetrifft ein korrektes Ergebnis.      
  Kantenresektion im femoralen Bereich, Aufpumpen der Blutsperre auf 380mmHg (mind. doppelter syst. Blutdruck!)      
  Montage der Probeprothese, Markierung der Rotation des Tibiaplateaus. Entfernen der Probeprothese.      
  Setzen des Konus und der Schlitze im tibialen Bereich, dann einzementieren der definitiven Prothesenkomponenten.      
  Nach aushärten des Zementes erneut ausgiebiges Spülen und Säubern des Gelenks.      
  Schichtweiser Wundverschluss, keine Redons.      
   
 
Stn Knie-TEP-Implantation
   
   
quelle quelle
x
   
   
quelle quelle
   
 
Textbaustein
   
   
   
Hosp.Bericht, Procedere   OPs-Bericht  
   
   
   
 
quellen verlauf links
     
1   MÜL 367 (eigentlich nix)   ok  
2   Chir, Riggisberg, Dr. Aebi, orthopädischer BA   ok  
3   Siew      
4   x      
5   x      
    nix. Fallbuch Chir / Med, LeitCH: nix      
begonnen   12.12.04   (Seite eröffnet)
aktualisiert:   02.02.06   SMF-Artikel, AWMF
    13.09.06   Schema Aebi!
broken links:   02.02.06    
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6   SMF 2006;6:97-100: Die Total-Prothese am Kniegelenk   ok
7   AWMF: Endoprothese bei Gonarthrose   ok
8   AWMF: Gonarthrose   ok