Hüft-Prothetik
   
  Syn: Engl: Hip arthroplasty
  CHOP: 81.51
  MÜL 358 / LeitCH 839
   
 
Allgemein
   
   
  Hüft-TEP   =   Hüft-Total-Endo-Prothese (Gelenkkopf + Gelenkpfanne (+ Oberschenkelhals)
  Hemiprothese   =   nur Hüft-Kopf; Hüftpfanne ist die natürliche
   
häufigste orthopädische Operation        
  Prävalenz, Inzidenz        
   
 
Indikationsstellung
  - Schmerz als entscheidendes Kriterium
   
  invalidisierende Coxarthrose     Total-Endoprothese
  Femurkopfnekrose     ev. nur Hemiprothese
  prox. FemurFx, PE > 65J    
   
 
  PE Vor/Nachteile
nicht-zementiert junge Patienten <65 Nachteil: Entlastung (max. 20-25kg) whrd mind. 4 Wo, danach Teilbelastung für weitere 2-8Wo erforderlich
Vorteil: lange Haltbarkeit bei jungen PE, gut entfernbar bei Lockerung
zementiert alte Patienten Vorteil: raschere Mobilisation
Nachteil: Grössere Gefahr der (aseptischen) Prothesenlockerung, Allergie gg. Knochenzement möglich
  (Hybridprothese: zementierter Schaft, nicht-zementierte Hüftpfanne)
   
  Operationsrisiko        
  Compliance        
   
  Luxation   2-7%    
  SzPersistenz   2-5%   ohne erklärende Ursache!
  Infektion   1%   idF Prothesenausbau, Platzhalter, Antibiose, ev. Neuimplantation... Verlauf bis 2-3 Mte...
  Beinlängendifferenz        
  hohes Embolierisiko     va. bei Frauen, Adipositas. Operationstechnisch auch gehäuft Fettembolien
  Muskelossifikationen im OPs-Gebiet        
  Hüftgelenkluxationen        
   
 
Spätkomplikation nach Jahren        
  aseptische Prothesenlockerung     idF vermutlich von Entzündungsprozessen infolge Implantatabriebes6
   
  Wechselrate ca. 0.5% pro Jahr, nach 10-15 Jahren steigt die jährliche Wechselrate an
  durchschnittliche Verweildauer 12-15 Jahre1
   
 
präoperative Abklärungen
   
   
Abschätzen des intraoperativen bezw. perioperativen Risikos, Thromboembolieprophyllaxe, Rehabilitationserfolg, Notwendigkeit von Rehabilitationsaufenthalten
  Erkrankungen des Gefäss- oder Nervensystems oder des BA?     Herzerkrankungen inkl. VHF, LungenKH, Embolien..., Stn Hemi, Treppen, alleine zuhause...
  häusliche Situation?    
  Labor: nach BegleitKH, Kreuzblut, Eigenblutspende?    
Operationsplanung
  Rö: Beckenübersicht, Hüfte axial        
   
 
perioperatives Management
   
   
  perioperative AB-Prophyllaxe     zB Zinacef 1.5g 3xtäglich iv whrd. 48h
  Prophylaxe von Muskelossifikationen     NSAR whrd. 3 Wo8, zB Tilur ret. 90mg 1-0-1
  Heparinisierung/LMWH nach Schema mittleres-hohes TE-Risiko        
  überlappende Umstellung auf oAK, wenn keine KI vorliegen     bis Vollbelastung
  Röntgenkontrollen 1d / 2Wo / 6Wo und 4Mte postOP        
   
 
Physio / Mobilisation
   
   
  Aussenrotation:       verboten für ???Mte oder Wochen
  Belastung:     für alle: 15kg bis 3 Wo (wg. beschädigter Muskulatur)
          nicht-zementiert: 20-25kg bis 7 Wo postOP, danach Steigerung nach Massgabe der Beschwerden.
          nicht-zementiert, Corail-Schaft:
          zementiert: 1/2 KG bis 6 Wo postOP, danach Rö-Kontrolle und Entscheid über Vollbelastung
 
  Extrembewegungen hinauszögern     90° Flexion frühestens nach 2 Mten
        Zu Vermeiden: starke Flexion in Innenrotation oder Adduktion
          zB wenn man im Sitzen die Füsse pflegen will oder eine seitliche Schuhschnalle schliesst.
   
 
Wiederaufnahme der körperlichen Tätigkeiten6:
  sitzende Berufe     Arbeitsaufnahme nach und nach im 2. bis 3. Monat.
  körperlich schwere Tägigkeit     VollE Arbeitsaufnahme erst ca. 6 Monate postOP!!!
  Hobbysport     nach Massgabe der Beschwerden, vorsichtig!
            Hochleistungssport frühestens nach 1 Jahr
            wie ist es mit Sportarten mit Schlägen? zB Skifahren etc?
   
 
Technik
   
   
 
  Zugang: klassisch vs. minimalinvasiv     derzeit: minimalinvasiver Zugang mit höherem Risiko für Falschpositionierung, Muskelschäden (va. beim hinteren Zugang) fast ebenso gross wie beim klassischen Zugang6. Zudem: Zugang muss trotz allem mind. Kopf einlassen und Arbeit ermöglichen; also mindestens 6-7cm trotzdem...
   
Hüft-TEP gemäss3, Pfanne: Fitmoreschale und Durasulinlay; Schaft: nicht-zementiert
  Zugang (klassisch, transgluteal): Längslateraler Longitudinalschnitt von ca. 1 Handbreit unterhalb des Trochanter minor bis 1 Handbreit oberhalb. Spalten der Subcutis bis auf die Fascie. Vorsichtige Blutstillung im subcutanen Gewebe. Längsspalten der Fascia lata. Transglutealer Zugang zum Schenkelhals und Hüftgelenk, Resektion der ventralen Anteile der Gelenkkapsel.
  Luxation der Hüfte
  Schenkelhalsosteotomie proximal des Trochanter minor.
  Darstellung des Acetabulums in seiner ganzen Zirkumferenz.
  Resektion des Lig. capitis femoris und Ligamentum teres.
  Aufraspeln der Gelenkpfanne, probieren mit Probeprothese, danach Einschlagen der Pfannenprothese. Sicherungsschraube. Einsetzen des Durasulinlays mit Randüberhöhung bei 7 Uhr. (Luxationsschutz)
  Darstellen der Femureintrittstelle, Eröffnen des dorsalen Trochanters mit oszillierender Säge und Kastenmeissel. Sondieren des Markkanals mit Markraumale, danach Aufraspeln bis zur geplanten Raspelgrösse.
  Probereposition mit Probekopf. F: Spannungsverhältnisse, Luxationstendenz?
  Einschlagen der definitiven Prothese, Aufsetzen des Keramikkopfes.
  Reposition, ausgiebiges Spülen, schichtweiser Wundverschluss
   
 
Stn Hüft-TEP-Einbau
   
   
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x
   
   
quelle quelle
   
 
Textbausteine
   
   
   
Hosp.Bericht, Procedere   OPs-Bericht  
   
   
Quellen Verlauf Links
     
1   MÜL 358   ok
2   Fallbuch Chir: Coxarthrose 133/134   ok
3   Dr. med. B. Aebi, Belegarzt/Orthopäde Spital Riggisberg   ok
4   x    
5   x    
begonnen   12.12.04   Textbaustein
aktualisiert:   03.10.05   Textbaustein Aebi
    02.02.06   MÜL, SMF
broken links:   30.01.06    
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legende / farbcode
6   SMF: 2006;6:77-82: Die Hüftgelenkarthroplastik   ok
7   AWMF online: Koxarthrose   ok
8   dt. Ärzte Zeitung, Ausgabe 9, Seite 16, 20.01.2005: NSAR nach Totalendoprothese schützt das neue Hüftgelenk   ok