F
   
 
    ursprüngliches Chirurgielexikon von H.Sabiers1, Uniklinik Köln, als Word-Datei
   
 
   
Pulmonalstenose mit Ventrikelseptumdefekt, Überreiten der Aorta und Hypertrophie des rechten Ventrikels.
Pathophysiologie: Der Infundibulumkanal des rechten Ventrikels ist eng, die Pulmonalklappe in 40% der Fälle stenotisch. Der Ventrikelseptumdefekt ist gross und bietet dem Blutstrom kein Hindernis. Die Aorta entsprigt überwiegend im rechten Ventrikel Die Ausstrombehinderung aus dem rechten Ventrikel ist Anfangs meist gering und die Zyanose kann fehlen. Mit zunehmendem Wachstum entsteht ein relatives Engerwerden der Stenose mit verminderter Lungendurchblutung und Mischblutzyanose. In schweren Fällen kann es unter Belastung zu Hypoxämie, Bewusstlosigkeit und Krämpfen kommen.
SyBe:
Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel, verminderte Lungengefässzeichnung.
Op bei schwerer Zyanose mit hypoxämischen Anfällen. Zunehmende Bevorzugung der Primärkorrektur zu einem frühen Zeitpunkt und Körpergewicht von ca 7 kg. Verschluss des VSD und Beseitigung des rechtsventrikulären Ausflusshindernisses. Als Palliativeingriff kann die pulmonale Perfusion durch eine Direktanastomosierung zwischen Aorta ascendens und rechtem Pulmonalarterienast verbessert werden. Oder man legt nach
Blalock-Taussig eine Anastomose zwischen A. pulmonalis und der A. subclavia, dadurch transventriculäre Minderung der Pulmonalstenose.
vgl.
Herzfehler, kongenital zyanotisch
   
 
FAP
  Familiäre adenomatöse Polyposis
vgl Kolorektales Karzinom, Ärztetagung 96
   
 
   
Proximale und -Schaftfrakturen: Nach grosser direkter Gewalteinwirkung: Trümmerbrüche, indirekte Traumen: Längs- und Spiralbrüche. Beim Erwachsenen immer operativ: Marknagel nach Küntscher (mittleres Drittel), Verriegelungsnagel (proximales und distales Drittel), Platten (Gelenknähe und Mehrfragmentfraktur), Entlastungszeit bis zu 4 Monaten. Bei Mehrfragmentfrakturen (AO C1-3) ist eine zusätzliche Spongiosaanlagerung medial wichtig, damit hier rasch eine kräftige Kallusbrücke entsteht (Prinzip der medialen Abstützung). Lagerung des operierten Beines in Rechtwinkelstellung, um eine Verkürzung der Streckmuskulatur am Oberschenkel zu vermeiden. Bei Kindern konservativ (Overhead-Extension, Becken-Beingips, Weber-Tisch, nur bei polytraumatisierten Kindern ist eine Osteosynthese erlaubt.
vgl.
pertrochantere Fraktur, Trochanterfraktur.
Distale Femurfraktur: Typisch durch
Dash-board Trauma, dabei treibt die Patella wie ein Keil das Kondylenmassiv des distalen Femurs auseinander = supracondylär, T- und Y- Frakturen, Kondylenabbrüche, Kondylentrümmerbrüche, Gelenkaussprengung, Epiphysiolyse. Typische Fehlstellung mit dorsaler Abkippung des distalen Fragmentes durch Zug des M. gastrognemicus. Operation mit Schraubenosteosynthese, DCS, Kondylenplatte. Komplikationen: Muskelverletzungen, Mitbeteiligung von N. fibularis und A. femoralis, Arthrosis deformans, Fehlstellungen.
Eine Restbeweglichkeit des Kniegelenkes von 90° ist für eine ausreichende Funktion notwendig. Ein Streckdefizit von 10° ist schon eine erhebliche Behinderung.
vgl.
Hoffa-Fraktur Kondylenfraktur in der Frontalebene (AO B3)
   
 
   
häufigster gutartiger Mammatumor, Exstirpation empfohlen.
   
 
   
Knöcherne Ausrisse der Sehnen und Gelenkkapselansätze sind häufig.
Grundglied   Meist nach dorsal offene Achsknickung.
Fehlstellung durch Gegenkrümmung in der Metallschiene korrigieren.
Mittelglied   Frühfunktionelle Nachbehandlung bei Fixation an den Nachbarfinger.
Endglied   Hämatom subungual entlasten. Fingerschiene unter Einschluss des Nachbarfingers.
vgl. Strecksehnenausriss, Stack-Schiene, Mallet-Finger, Lengemann- Ausziehnaht, Boutonniere
   
 
   
Technik der Pyloroplastik, vgl. dort
   
 
   
Mit einer Spontalheilung ist nicht zu rechnen. Heute meist Operation (Entdachung), aber auch immer noch Hippocrates. Hauptziel ist die Proctodealdrüsen = Analkrypten - Infektion. Die gesamte Fistel wird gespalten (= entdacht).
   
 
FNH
  Fokal-noduläre Hyperplasie der Leber
vgl Leberzelladenom. Unterschiedlich grosse benigne Leberzelltumoren mit Galleproduktion und Galleableitung (positive vgl hepatobiliäre Sequenzscintigraphie) meist mit radiären Gefässstrukturen (charakteristischer Angio-CT-Befund, Angio Bolus CT); zT. Grössenwachstum, aber keine Malignität. Praktisch keine Blutungs- oder Rupturgefahr. Zytologisch normale Leberzelle.
Op-Indikation bei wachsendem Befund, bei sehr grossen FNH Knoten, und bei nicht ganz typischen Untersuchungsbefunden ist die Resektion auch wegen der Möglichkeit des gleichzeitigen Vorkommens von FNH und
hepatozellulärem Karzinom gegeben. Also: genaue sonographische Verlaufsbeobachtung und Sicherung der Diagnose durch mehrere Untersuchungsverfahren. Nur bei extremer Grösse sind anatomische Lappenresektionen erforderlich. Häufig kann eine Ausschälung vorgenommen werden.
   
 
   
Ischämiegrad: vollständige oder unvollständige Ischämie
vgl.
Ischämie
   
 
   
Bei akuter Harnleitersteineinklemmung kann es zu einer - meist harmlosen - Ruptur in der Kelchnische kommen, besonders bei gleichzeitiger forcierter Diurese. Fornixrupturen sind meist Folge eines bei Steineinklemmung und Kolik nicht indizierten Infusionsurogrammes, da die trijodierten Kontrastmittel die Diurese fördern.
   
 
   
Einteilung der Blutungsaktivität beim Ulcus in Stadium I bis III, vgl. Magen-Duodenalulcus.
I   derzeit bestehende Blutung
a) spritzende Blutung,
b) Sickerblutung
II   derzeit nicht existente Blutung
keine aktive Blutung, aber sichtbarer Gefässstumpf oder Koagel
III   Ulcus ohne aktive oder stattgefundene Blutung
   
 
   
vgl. Hellersche Myotomie, Hiatushernie, Refluxkrankheit. Hauptgefahr ist Stenosierung im Kardiabereich mit Dysphagie oder Gas Bloat Syndrom, Vagusverletzung, besonders der hepatische Ast, Ösophagusverletzung (Manschette nicht am Ösophagus anheften), Herniation der Kardia durch die Fundoplikatio nach oben (Teleskop-Syndrom) , deshalb wird die Manschette an der Magenvorderwand angenäht.
Exakte Technik nach der Beschreibung von
Nissen-Rosetti, bei technischen Unzulänglichkeiten erhebliche Folgeschäden. Der Ösophagus wird mit einem Gummizügel oberhalb des Abganges des hepatischen Vagusastes unter Mitumfassung des hinteren Vagusstammes angeschlungen. Zur Fundoplikatio wird prinzipiell die Vorderwand des Fundus, nicht ein Teil der Magenhinterwand verwendet. Der Fundus wird hinter dem Ösophagus von links oben nach rechts unten durchgeführt und gegen den Uhrzeigersinn rotiert. Dies kann am besten durch vorherige Markierung des zunächst proximalen, dann nach Durchzug distalen Endpunktes der Manschettennaht mit einem farblich unterschiedlichen Faden geschehen. Die Manschette muss stets locker gelegt werden können, sonst muss der Fundus weiter mobilisiert werden. Die Manschette wird mit sich selbst vernäht, die Magenfixationsnähte werden an den caudal auslaufenden Manschettenfalten angebracht, dabei keine Vagusnerven oder Gefässe anstechen. Der Hiatusschlitz wird üblicherweise nicht eingeengt. Bei Komplikationen sehr vorsichtige Wiederauflösung der Fundoplikatio, besonders weite Fundusmobilisierung und erneute Fundoplikatio.
Transthorakale Funduplikatio = Operation nach
Belsey transthorakale Wiederherstellung des Hiss´schen Winkels durch Matratzennähte und einseitige Einstülpung der unteren 4 cm des Ösophagus und entsprechende Einengung und Fixation des Hiatus nach kompletter Mobilisation der Cardia von linksthorakal her.
vgl.
Refluxösophagitis
   
 
   
Im Bereich der Magenfundusregion besteht über die Rr. gastrici breves auf der Seite der grossen Kurvatur eine Gefässverbindung zur Milz und zu den Ösophagusvenen, die bei portaler Hypertension eine pathogenetische Brücke zur Entwicklung von Fundus- und Ösophagusvarizen ist.
vgl,
Ösophagus-Fundus-Varizenblutung
   
 
   
proximale Reihe: Naviculare und Kuboid
distale Reihe: Ossa cuneiformia I-III und distaler Kuboidanteil.
   
Quellen Verlauf Links
     
1   urspr. Autor: H. Sabiers (Hsabiers@aol, SabiersH@Kliniken-Koeln.de)  
begonnen   21.08.06    
aktualisiert:   24.08.06   Textmarken
    12.03.07   int.Links
broken links:   21.08.06    
rückmeldungen via emaille
Homepage Chirurgische Klinik Krankenhaus Köln Holweide:  
  http://www.klinikenkoeln.de  
  klinikenkoeln.de: Inhaltsseite Chirurgie  
  direkter Download des Originals: (Word, pdf)